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Fraunhofer gründet Zentrum für Künstliche Intelligenz in Sachsen

In fast alle Lebensbereiche wird die Künstliche Intelligenz künftig vordringen. Chemnitz und Dresden sollen bei der Forschung dazu einen Spitzenplatz einnehmen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft sorgt in Dresden und Chemnitz für einen neuen Schub als zukunftsträchtige Technologiestandorte. Am Dresdner Standort des Chemnitzer Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) wurde am Montag das Zentrum für Kognitive Produktionsprozesse (CPS) gegründet.

In Dresden werden dafür rund 40 Millionen Euro in einen Neubau investiert, in dem einmal bis zu 100 Wissenschaftler arbeiten sollen. Weitere rund zehn Millionen Euro werden in den nächsten zwei Jahren am IWU in Chemnitz eingesetzt, um die Erforschung smarter Produktionstechnik zu forcieren. In dem neuen Fraunhofer-Zentrum CPS, das an den Standorten Chemnitz und Dresden betrieben wird, sollen die Kompetenzen beider Wissenschaftsregionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), Maschinenbau und Produktionstechnik sowie Mikroelektronik und Informatik gebündelt werden.

Im Beisein von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) sowie Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) wurde am Montag sowohl das Fraunhofer-Zentrum für Kognitive Produktionssysteme gegründet als auch ein Vertrag zur beabsichtigten Gründung eines Centers für Künstliche Intelligenz (CEE AI) zwischen der Technischen Universität Dresden und der Fraunhofer-Gesellschaft unterzeichnet. Dort soll der Forschungsschwerpunkt vor allem auf Algorithmen liegen, die das Maschinenlernen möglich machen. Ein Algorithmus ist eine Reihe von Anweisungen, die in Computersystemen Schritt für Schritt ausgeführt werden, um ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu bewältigen.

"Kognitive Systeme spielen eine entscheidende Rolle in der künftigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft", sagte Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Für die internationale Wirtschaft und die industriellen Wertschöpfungsketten bedeute dies einen grundlegenden Strukturwandel. Es sei deshalb von großer Bedeutung, dass Deutschland bei diesen Entwicklungen einen Spitzenplatz einnehme.

Auch Bundesministerin Karliczek betonte, dass die Arbeitswelt in Zukunft noch stärker von der Digitalisierung geprägt sein werde. "Damit wir im globalen Wettbewerb vorn dabei sein können, brauchen wir starke Impulse für die Produktionstechnologie", sagte Karliczek. Kretschmer stellte die wichtige Rolle der Fraunhofer-Gesellschaft bei den Zukunftsthemen heraus. "Das neue Forschungszentrum steht für eine große Dynamik und den Aufbruchsgeist, den wir in unserer Wirtschaft brauchen und der uns voranbringt", sagte der sächsische Ministerpräsident.

Nach Auskunft der Fraunhofer-Gesellschaft richtet sich das Forschungsspektrum des neuen Zentrums gerade auch an kleinere und mittelständische Unternehmen. Mit dem entsprechenden KI-Wissen könnten neue Geschäftsmodelle und Leistungsangebote für den internationalen Wettbewerb entwickelt werden, meinte Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter des Chemnitzer IWU.

(Quelle: Freie Presse)